Pia Palme
DER KÜHNERE ENTSCHLUSS (2011)
Entwurf für Sprecherin, Oboe da Caccia, Elektronik und die Sprechmaschine von Kempelen.
UA (Auftragswerk KLANGSPUREN SCHWAZ und e_may)
Pia Palme: Komposition und Libretto
Texte von Margret Kreidl, Hansjörg Zauner und aus dem Exerzierreglement für die k. u. k. Fusstruppen, Wien 1911
Gina Mattiello: Stimme
Molly Mc Dolan: Oboe da Caccia
Pia Palme: Sprechmaschine (im Nachbau von Jakob Scheid) und Live-Elektronik
Christina Bauer: Klangregie
Dank an Brigitte Felderer und das Kempelen-Archiv der Universität für Angewandte Kunst Wien.
Die menschliche Stimme, Sprache und Spracherzeugung, eine barocke Sprachmaschine und barocke Doppelrohrblattinstrumente liefern das klangliche und konzeptuelle Material für das neue Werk von Pia Palme. Bei der Aufführung kommt ein Nachbau eines historischen Apparates zum Einsatz, der vom Künstler Jakob von Scheid nach einer Konstruktionszeichnung des barocken Erfinders Wolfgang Ritter von Kempelen aus dem Jahr 1791 angefertigt wurde. Der Apparat in seiner neu interpretierten Form kann mit Händen und Armen bedient werden, um künstliche Stimmklänge und Geräusche zu erzeugen.
Dieser artifiziellen Klangwelt steht im Stück der rein menschlich produzierte Stimmklang gegenüber. Die Stimmapparate von Mensch und Maschine werden auf verschiedene Weise mikrofoniert. Die so gewonnenen Klänge bilden in Folge einen akustischen Körper für elektronische Modifikationen, aus denen eine Klangumgebung zusammengefügt wird. Die stimmähnlichen Töne der barocken Oboeninstrumente finden darin Platz: das Doppelrohrblatt als Klangerzeuger verbindet den biologischen und den artifiziellen Stimmapparat.
Für den Vokalpart werden Texte zeitgenössischer AutorInnen sowie Originaltexte von Kempelen montiert. Eine heutige Kantate, bei der raumgreifende Elektronik als Klangumgebung einen Basso Continuo bildet.